Menschlicher Speichel enthält ein spezielles Peptid, eine Kette aus Aminosäuren, das antibakteriell wirkt. Wenn Sie sich also in den Finger schneiden, können Sie den Finger ruhigen Gewissens in den Mund stecken, da dort Keime abgetötet werden können. Bei dieser Reaktion handelt es sich um einen Instinkt, weshalb sich viele Menschen den blutenden Finger in den Mund stecken, ohne darüber nachzudenken.

Wirkstoff gegen resistente Bakterien

Dr. Nermina Malanovic und Prof. Dr. Karl Lohner von dem Institut für Molekulare Biowissenschaften der Karl-Franzens-Universität Graz erklären: „In der Körperflüssigkeit sind bestimmte Stoffe enthalten, die Keime abtöten.“ Dieser Wirkstoff besteht aus eine Kette von Aminosäuren und wirkt antibakteriell. Laut den beiden Forschern, gibt es diesen Wirkstoff auch in der menschlichen Tränenflüssigkeit, den weißen Blutkörperchen und auf der Haut. Gemeinsam mit den niederländischen Universitäten Leiden und Amsterdam konnten die Forscher den Abwehr-Mechanismus des Stoffes gegen Bakterien aufklären.

Wie wirkt der Wirkstoff?

Das Peptid, also die Kette aus Aminosäuren, löst die bakterielle Zellmembran auf und zerstört dann die Bakterien. Der Wirkstoff wurden von den Forschern in Tierversuchen untersucht und konnte in Form einer Creme erfolgreich getestet werden. Zudem fanden sie heraus, dass der Wirkstoff auch gegen antibiotikaresistente Bakterien hilft. Die Forscher glauben, dass der Wirkstoff besonders derzeit, wo die antibiotikaresistenten Keime stark zunehmen, eine große Bereicherung sein kann.

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