Eine Studie der University of Birmingham und des Norwich Research Park konnte einen Zusammenhang herstellen zwischen Keimen, die sowohl eine Resistenz gegen Quinolone Antibiotika als auch dem Wirkstoff Triclosan – der in handelsüblichen Desinfektionsmitteln enthalten ist – aufweisen.

Der an der Studie teilnehmende Dr. Mark Webber vermutet, dass sich die Bakterien in einer Art ständiger Angriffsbereitschaft befänden. Durch den Kontakt mit Quinolone Antibiotika werde ein Selbstverteidigungsmechanismus aktiviert, der die DNA der Bakterien verändert, so dass eine Resistenz entsteht, die sich auch gegen den Wirkstoff Triclosan richtet.

Die Vermutung liegt daher nahe, dass dieser Effekt auch umgekehrt eintreten könnte. Durch die häufige Nutzung von Desinfektionsmitteln mit dem Inhaltsstoff Triclosan könnte eine Antibiotikaresistenz ausgelöst werden. Dies konnte beispielsweise bei dem Bakterienstamm E.Coli nachgewiesen werden.

Der Vorteil von antibakteriellen Reinigungsmitteln ist demnach fraglich und zunehmend entwickelt sich ein Bewusstsein, dass antibakterielle Inhaltsstoffe das Ökosystem der Anwendungsbereiche verändern könnten und potenziell für die Entstehung von Antibiotikaresistenzen verantwortlich sein können.

Der Wirkstoff Triclosan wurde aufgrund der Studie in der EU und neuerdings auch in den USA verboten. Antibakterielle Reinigungsmittel mit anderen Wirkstoffen werden jedoch weiterhin im Handel angeboten.

  Subscribe  
Notify of