Laut einer Statistik wird der Grenzwert für Legionellen in einigen Frankfurter Wohnanlagen seit dem Jahr 2012 immer wieder überschritten. Betroffen war zuletzt beispielsweise ein elfstöckiges Haus in der Stresemannallee.

Kein Einzelfall

Die Stadt Frankfurt sieht sich bereits seit Längerem mit Problemen angesichts der Wasserhygiene in einigen Wohnhäusern konfrontiert. So wurden zwischen 2014 und 2015 acht bis neun Erkrankungen an Legionellen pro Jahr registriert, während die Zahl 2015 sogar auf 21 anstieg. In 123 Gebäuden wurden während dieser Zeit sogar Werte von 10.000 KBE festgestellt, weswegen unter anderem Duschverbote angeordnet wurden. Auf diese Weise sollte in der Vergangenheit verhindert werden, dass die Legionellen von Bewohnern in Form von feinen Wassertropfen aufgenommen werden und zu gesundheitlichen Folgen wie der Legionärskrankheit führen.

Regelmäßige Kontrollen sind Pflicht

Seit einigen Jahren schreibt die Trinkwasserverordnung vor, dass Großanlagen zur Trinkwassererwärmung regelmäßig auf Legionellen untersucht werden müssen. Hierbei handelt es sich um Anlagen mit einem Fassungsvermögen von mehr als 400 Litern, die oft in Mehrfamilienhäusern auftreten. Tim Westphal vom Frankfurter Gesundheitsamt sieht die Situation allerdings kritisch. Wie er erläutert, seien die Großanlagen nicht meldepflichtig und das Gesundheitsamt erfahre in der Regel nicht, ob Vermieter die regelmäßige Überprüfung auf Legionellen tatsächlich auch durchführen. Schließlich werde dieses erst benachrichtigt, wenn bereits ein Befall aufgetreten sei.

Ursachen sind noch unklar

Bisher steht nicht fest, worauf die Verunreinigung des Wassers in den Frankfurter Wohnhäusern zurückzuführen ist. Denkbar ist, dass das Auftreten der Legionellen durch Probleme in der Hausinstallation erklärt werden kann. Gleichzeitig ist auch zu bedenken, dass der Grenzwert für die gefährlichen Keime häufig dann überschritten wird, wenn eine oder mehrere Wohnungen in einem Gebäudekomplex über längere Zeit leer stehen. Das bedeutet, dass in bestimmten Fällen auch Mieter dabei helfen könnten, den Befall von Legionellen zu verhindern.

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