Die meisten Menschen sind es gewohnt, ihren Mitmenschen zur Begrüßung die Hand zu reichen. Tun sie es nicht, kann es als Unhöflichkeit aufgenommen werden. Aber kann es Sinn machen, zum Wohle der Hygiene, auf dieses Ritual zu verzichten? Zwar findet durch die Nutzung gleicher Oberflächen eine Weitergabe von Keimen statt, aber ein direkter Kontakt zwischen zwei Individuen, hat ein noch höheres Potenzial Bakterien zu übertragen.

Ausgehend davon untersuchten Sara Mela und Dr. David Whitworth von der Aberystwyth Universität in England verschiedene Formen der Handbegrüßung und wie sich diese auf ihre Keimübertragung hin unterscheiden. So verglichen sie das herkömmliche Händedrücken mit dem High Five und dem Fauststoß. Die Letzteren sind besonders unter Jüngeren beliebt und für sie meist Ersatz für den klassischen Handschlag.

Um herauszufinden, welche Methode die meisten Keime überträgt, statteten die Forscher die Testpersonen mit in E. Coli getränkten Handschuhen aus. Die andere Testperson trug einen sauberen Handschuh, mithilfe dessen die Forscher messen konnten, wie viele Bakterien sich übertrugen. Es zeigte sich, dass während eines Handschlags fast doppelt so viele Keime übertragen werden, wie bei einem High Five. Eine Begrüßung durch einen Faustschlag gab durchweg die niedrigste Übertragungsrate von Bakterien.

Da ein Handschlag länger dauert als ein kurzer Stoß der Fäuste, wurde der Versuch wiederholt. Für alle Berührungsarten wurde eine Länge von drei Sekunden angesetzt. Dabei stieg die Anzahl der übertragenen Bakterien bei dem Faustschlag deutlich an. Zudem stellten die Forscher noch fest, dass die Bakterienübertragung bei einem festen Handschlag deutlich höher als bei einem lockeren Griff ist.

Es ist also festzuhalten, dass eine hohe Übertragungsrate von Bakterien an der Dauer der Berührung aber auch der Intensivität des ausgeübten Druckes liegt. Die Begrüßung durch einen Faustschlag würde sich deshalb empfehlen, wenn man die Übertragung von Keimen minimieren wollte. Es gibt bereits Arztpraxen, in denen die Ärzte ihren Patienten nicht mehr die Hand zur Begrüßung reichen, aber es ist fraglich, ob sich eine solche Praxis durchsetzt.

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