In deutschen Drogeriemärkten gibt es eine große Auswahl an unterschiedlichen Desinfektionsmitteln. Dazu gehören neben antibakteriellen Gels auch Desinfektionssprays und Hygienetücher. Verbraucher sollten sich jedoch darüber bewusst sein, dass der Griff zu desinfizierenden Mitteln nicht immer ratsam ist.

Umsatz von Desinfektionsmitteln deutlich angestiegen

Der Umsatz von Handdesinfektionsprodukten ist laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens Nielsen in der Vergangenheit deutlich gestiegen. Während damit von Mitte 2014 bis Mitte 2015 noch 18,2 Millionen Euro umgesetzt werden konnten, stieg die Bilanz bis Mitte 2017 um 71,2 Prozent an. Besonders profitieren konnten hiervon Drogeriemärkte, die ihren Umsatz durch den Verkauf von Desinfektionsmitteln verdreifachten. Dabei gelten diese auf den Liter gerechnet als eher hochpreisige Produkte und sind deutlich kostspieliger als beispielsweise Flüssigseife.

Resistenzen durch Desinfektionsmittel

Wie Ernst Tabori, Direktor des Deutschen Beratungszentrums für Hygiene in Freiburg, erläutert, stellen Desinfektionsmittel eine potentielle Gefahr für den Menschen dar. Sie können beispielsweise Allergien oder Ekzeme auslösen und sollten darum gerade von Personen, die zu Hypersensibilität neigen, nur mit Vorsicht genutzt werden. Als kritisch ist zudem die Tatsache zu betrachten, dass Mikroorganismen Toleranzen gegen Wirkstoffe bilden, wenn diese nicht in einer für sie tödlichen Konzentration auftreten. Auf diese Weise kann auch ihre Widerstandsfähigkeit gegen Antibiotika gefördert werden.

Wasser und Seife sind vollkommen ausreichend

Das Bundesinstitut für Risikobewertung sieht in der Regel keine Notwendigkeit für Desinfektionsprodukte. Dieses gibt an, nicht ein bestimmtes Mittel an sich schütze den menschlichen Körper vor Infektionen, sondern viel mehr eine konsequente sowie korrekte Durchführung. Dementsprechend seien Wasser und Seife für den Alltagsgebrauch vollkommen ausreichend. Nur in Ausnahmefällen sei Desinfektionsmittel tatsächlich notwendig, um in Privathaushalten die Ausbreitung von Krankheitserregern zu vermeiden.

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