500 v. Chr.: Hygieia, die Göttin der Gesundheit und Asklepios, der Gott der Medizin
Asklepios war der Vater von Hygieia, zusammen galten sie als das perfekte Team. In ihrem Tempel wurden viele Schlafplätze für die Kranken errichtet. Denn Asklepios heilende Kräfte offenbarten sich nur im Traum. Sein Zeichen, ein Stab, um den sich eine Schlange windet, ist noch heute ein Zeichen für die Heilkunst. Im 5. Jahrhundert v. Chr. verbreitete sich die Kultur von Asklepios und Hygieia in ganz Griechenland, da zu dieser Zeit aufgrund von wachsenden Städten viele Epidemien ausbrachen. 430 v. Chr. erreichte die Pest dann Athen und konnte sich zwei Jahre halten. Im Gegensatz zu anderen Städten war Athen jedoch hygienisch schon gut aufgestellt. Es gab ein Kanalisationssystem und öffentliche Bäder und Toiletten. Dennoch starb jeder dritte Bewohner Athens durch die Pest. Diejenigen, die überlebten, bauten 421 v. Chr. den ersten Asklepios-Tempel in Athen.

375 v. Chr. Hippokrates, der Vater der wissenschaftlichen Medizin
Hippokrates ist der Gründer der berühmten Medizinschule beim Asklepios-Tempel von Kos. Von ihm sind Schriften überliefert, die Einblicke in die Behandlungsmethoden der damaligen Zeit geben. Noch heute müssen angehende Ärzte auf den Eid des Hippokrates schwören, um die Ethik seiner Schule zu bewahren. Hippokrates schrieb auch ein Werk, das er „Epidemie“ nannte. Darin schilderte er die Symptome und den Verlauf von unterschiedlichen Infektionskrankheiten. So gilt das Buch als eines der ersten medizinischen Werke. Die Krankheiten wurden schnell diagnostiziert, jedoch gab es kaum geeignete Behandlungsmöglichkeiten. Zur Seuchenbekämpfung gab Hippokrates daher nur vorbeugende Empfehlungen. Diese waren zum Beispiel Hygiene, Gymnastik, Diät und eine gesunde Lebensweise.

1348: Die erste Pestwelle
Aus Asien kommend verbreitete sich die Pest in die Hafenstadt Kaffa. Kaufleute brachten sie auf Schiffe mit. Heute wird vermutet, dass sich auf den Schiffen infizierte Ratten befanden, die die Pest verbreitet haben, da auch alle anderen Häfen, die von den Kaufleuten aufgesucht werden kurze Zeit später mit der Pest infiziert waren. Nachdem die Pest den größten Teil Südeuropas erreicht hatte, erfindet die Stadt Venedig die Quarantäne. Alle ankommenden Schiffe werden 40 Tage lang nicht berührt und die Besatzung darf nicht an Land. Jedoch half dies nichts gegen die Ratten. 1348 erreichte die Pest dann auch England und Moskau. Zu dieser Zeit wurde angenommen, dass sich die Pest über den Geruchssinn verbreitet. Die Menschen hatten demnach kaum Ahnung und waren der Pest hilflos ausgeliefert. Bei dieser Pestwelle verloren fast die Hälfte der Einwohner in Europa ihr Leben. Dies waren ungefähr 25 Millionen Menschen.
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1632: Antony van Leeuwenhoek macht eine wichtige Entdeckung
Der Niederländer machte die Entdeckung, dass es so kleine Lebewesen gibt, die nicht mit dem bloßen Auge zu sehen sind. Daher schleifte er Glaslinsen und baute das erste Mikroskop. Hierdurch konnte er verschiedene Arten von Wimperntierchen erkennen und entdeckte auch als erste Person das Aussehen der roten und weißen Blutkörperchen. Mit seinem Mikroskop machte er aber auch noch weitere wichtige biologische Entdeckung

1847: Ignaz Philip Semmelweiß, auch „Retter der Mütter“ genannt
1846 tritt Semmelweiß die Stelle eines Assistenzarztes an der ersten Gebärklinik in Wien an. Die Müttersterblichkeit erreichte zu dieser Zeit ihren Höhepunkt in Europa und die Diagnose hieß oft Kindbettfieber. Doch Semmelweiß erkannte früh, weshalb die Mütter wirklich starben. Die Ärzte, Hebammen und Schwestern infizierten die Frauen mit Keimen bei der Geburt. Denn viele wuschen sich die Hände nur selten, weshalb viele Keime übertragen wurden. 1847 führte Semmelweiß dann das Händewaschen mit Chlorkalk ein und konnte so die Müttersterblichkeit drastisch senken.

1867: Sir Joseph Lister und die Wundbehandlung
Viele Patienten erkrankten nach einer Operation an Wundfieber und starben sogar daran. Lister nutzt die Erkenntnisse der Mikrobiologie von Louis Pasteurs und der Arznei von Francois Jules Lemaire und kombiniert diese. So erreichter er sein Forschungsziel: eine antiseptische Wundbehandlung mit desinfizierenden Karbolsäuren.

1882: Robert Koch als Gründer der modernen Bakteriologie
Robert Koch stellte vier Grundthesen über bakterielle Infektionen auf, die bis heute ihre Gültigkeit besitzen. Zudem gelang es ihm den Tuberkulose-Erreger zu isolieren. Zusätzlich wies er in Kairo den Cholera-Erreger bei Erkrankten im Trinkwasser und in der Nahrung nach.

1888: Louis Pasteur als Gründer der Mikrobiologie
Pasteur entdeckte bei Untersuchungen, dass Kleinstlebewesen bei den Zersetzungs- und Krankheitsprozessen mitwirken. Hierdurch entwickelte er eine Methode zum Abtöten von Mikroorganismen durch Erhitzung. Dieses Verfahren wird auch als Pasteurisieren bezeichnet. Pasteur entwickelte zudem Impfstoffe gegen Milzbrand und Tollwut.

1892: Cholera-Epidemie in Hamburg
Die Epidemie in Hamburg, ist die größte, die jemals in Europa verzeichnet wurde. Innerhalb von nur zwei Wochen, wurden täglich 1000 Cholera-Fälle offiziell gemeldet. Eine Hamburger Firma brachte drei Jahre zuvor ein Desinfektionsmittel auf den Markt, was bei der Bekämpfung eingesetzt wurde.

1895: Die Entdeckung der Röntgenstrahlen
Wilhelm Conrad Röntgen fand 1895 die nach ihm benannten Röntgenstrahlen. Diese revolutionierten die Diagnosen in der Medizin, da es exaktere Krankheitsbilder gab und so eine individuelle Behandlung möglich wurde.

1920: Die Ausbreitung der Tuberkulose
Zwischen 1900 und 1940 starben weltweit mehr Menschen an Tuberkulose als an jeder anderen Infektionskrankheit. Das liegt daran, dass es als Behandlungsmethoden nur eine gute Ernährung, Ruhe und frische Luft gab. Heute verbreitet sich die Tuberkulose erneut. Zwar gibt es Antibiotika, die die Krankheit bekämpfen sollen, doch sind viele der Bakterien schon resistent gegen Antibiotikum, weshalb diese nicht mehr helfen.

1929: Die Entdeckung des Penicillins
Sir Alexander Fleming entdeckte 1929 das Penicillin. Entwickelt wurde es auf der Basis von Schimmelpilzkulturen und 1939 als das erste Antibiotikum in die Heilkunde eingeführt.
Hier finden Sie mehr zu der Entdeckung des Penicillins

1981: Die neue Krankheit AIDS
Erstmals berichtete „Der Spiegel“ von erkrankten homosexuellen Männern in New York und San Francisco. Danach folgen weitere Meldungen zu erkrankten Personen im Bereich der Prostitution und Drogensüchtigen. Doch nach ein paar Monaten wurde deutlich, dass AIDS nicht nur bestimmte Personengruppen betrifft, sondern alle Personen. Bis heute wurde kein geeigneter Impfstoff gefunden.

Heute: Immer mehr multiresistente Keime
Seit dem Ender der 70er Jahre werden vermehrt Keime gefunden, die gegen sämtliche Antibiotika resistent sind und so nicht mehr bei der Bekämpfung von Infektionen helfen.

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