Bisherige Tests brauchen zehn Tage

Die bisherigen Tests zum Nachweis von Legionellen dauern zehn Tage. Dabei ist es wichtig, möglichst schnell zu einem Ergebnis zu kommen. Denn dieses muss auch dem Gesundheitsamt gemeldet werden. Die Wissenschaftler der Technischen Universität München haben daher im Rahmen des Projekts „LegioTyper“ einen Mess-Chip entwickelt, der nicht nur den Erreger im Wasser nachweisen kann, sondern auch bestimmen kann, welcher der ungefähr 20 Subtypen genau vorliegt.

Analyse durch Antikörper

Der Mess-Chip nutzt eine bestimmte Analyseplattform einer Münchner Firma und gelangt durch 20 verschiedene Antikörper zu einem Ergebnis innerhalb von einer halben Stunde. Michael Seidel, Leiter der Forschungsgruppe am Lehrstuhl für Analytische Chemie und Wasserchemie der Universität, sagt dazu: „Im Vergleich zu bisherigen Messungen liefert die neue Methode nicht nur einen riesigen Geschwindigkeitsvorteil, sondern ist auch noch so billig, dass wir den Chip zum Einmalgebrauch einsetzen können.“

Verschiedene Anwendungsbereiche

Laut den Wissenschaftlern kann das Analysesystem in der Umwelthygiene und in der klinischen Diagnostik angewendet werden. Zudem kann das System in Kombination mit einem weiteren Verfahren, das DNA-basiert ist, zwischen abgestorbenen und lebenden Erregern unterscheiden. So kann zum Beispiel überwacht werden, ob vorgenommene Desinfektionsverfahren auch wirklich erfolgreich sind.

  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei