Am 4. September 2017 wurde dem Gesundheitsamt im Evangelischen Krankenhaus in Mühlheim a.d. Ruhr ein Legionellenfall gemeldet.

Es konnten die Kühlanlage auf dem Dach des Gebäudes oder Trinkwasserleitungen als mögliche Infektionsquellen identifiziert werden. Die Ansteckung von Legionellen erfolgt durch das Einatmen von bakteriell verseuchtem Wasserdampf.

Vorsichtsmaßnahmen werden getroffen

Vorsichtshalber wurden alle Wasserentnahmestellen nachgerüstet. Die Duschfilter im gesamten Gebäude sowie endständige Wasserhahnfilter im Haus B in patientenrelevanten Bereichen und die auf dem Gebäude installierte Kühlanlage wurde am 5. September stillgelegt und teilweise demontiert.

Diese Maßnahmen erfolgten mit dem Ziel, dass eine weitere Gefährdung von Patienten, Personal und Besuchern ausgeschlossen ist und wurde gemeinsam mit dem Gesundheitsamt abgestimmt.

18 Personen erkrankt

Bisher sind insgesamt 18 Personen an Legionellen-Pneumonie erkrankt, wovon wahrscheinlich 16 Patienten einer ursächlichen Infektion im Krankenhaus zuzuordnen sind. Die Betroffenen waren Patienten verschiedener Stationen oder des ambulanten Bereichs.

Insgesamt 65 Patientinnen und Patienten wurden prophylaktisch aus dem Gebäude B des Krankenhauses mittels Schnelltest im Urin auf Legionellen untersucht. Seit Umsetzung der Vorsichtsmaßnahmen sei genug Zeit verstrichen, um sicher zu sein, dass keine weiteren Erkrankungen mehr verursacht werden, entwarnt Prof. Exner vom Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Universität Bonn.

Krankenhaus nicht Schuld

Das Evangelische Krankenhaus ist den gesetzlichen Pflichten zur Kontrolle des hausinternen Wasserversorgungssystem nachgekommen und hat dem Gesundheitsamt jährlich die Untersuchungsergebnisse vorgelegt. Zudem wurde das Gesundheitsamt unverzüglich von dem Ausbruch berichtet und Maßnahmen wurden sofort und effektiv veranlasst. Es liegt somit wohl kein Verschulden seitens des Krankenhauses vor.

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