Besonders in Krankenhäusern können Keime verheerende Wirkung haben. Das Immunsystem der Patienten ist eh schon geschwächt und wenn es dann mit einem – womöglich resistenten – Erreger konfrontiert wird, kann es gefährlich werden.

Aus diesem Grund ist es besonders schlimm, dass in deutschen Krankenhäusern die Toilette falsch geputzt wird und so gefährliche Keime erst verteilt. Es gibt jedoch Gegenbeispiele wie beispielsweise Münster.

„Früher da hatte ich nur 30 Putzlappen pro Station. Brauchte ich mehr, musste ich darum betteln“, sagt Abderrahim Aboutissa. 2004 jedoch stellte die Krankenhausleitung des Uniklinikums in Münster ihre Hygienepolitik auf den Kopf. Aboutissa reinigt zwar immer noch die gleichen Zimmer, aber arbeitet jetzt für das UKM Gebäudemanagement, einer hundertprozentigen Tochter der Uniklinik.

Alles hat sich seitdem verbessert: Die Mitarbeiter wurden möglichst langfristig beschäftigt. Sie bekamen nun so viele Lappen wie sie brauchten, genau wie Handschuhe und Cremes gegen rissige Haut, weil diese stark austrocknet, wenn sie ständig mit Reiniger und Wasser in Berührung kommen.

Vision Clean zeigt das Putzen Schritt für Schritt

Seit 2011 ist „Vision Clean“ hinzugekommen, ein Putzsystem, das mit Hilfe von Bildern erklärt, wie genau welcher Bereich gereinigt werden muss. Es gibt zum Beispiel ein Foto für das Klo, worauf die Nummern von Eins bis Dreizehn und eine Hand mit rotem Tuch abgebildet ist. Dies bedeutet: Hier wird mit einem roten Lappen gereinigt und zwar von Eins wie Spülkasten bis 13 wie Klobürstenbehälter. Danach wirft man den Lappen weg.

Geschäftsführer Rütz hat die Geschäftsleitung in Münster von Vision Clean überzeugt: „Der Vorstand der Uniklinik hat schnell kapiert, dass ein Hygieneskandal mehr kostet, als sorgfältige Reinigung.“

Reinigungskräfte sind für ihren Bereich verantwortlich

Seitdem die Reinigung in Münster nicht mehr ausgelagert wird, hat jede Reinigungskraft ihren eigenen Bereich, für die sie sich verantwortlich fühlt und in dem sie Bescheid weiß. Maria Trino, die für die Intensivstation arbeitet sagt: „Wenn ich mal krank bin und die Vertretung nicht ordentlich geputzt hat, merke ich das schon. Ich versuche dann, schnell alles aufzuholen.“

Die Putzleute sind trotz großer Gründlichkeit auch nicht langsamer als ihre Kollegen in anderen Krankenhäusern. Die Abläufe sind präzise geplant, da kann man alles gut in der vorgegebenen Zeit schaffen.

 

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