In Deutschland fallen Damenhygieneartikel unter die Bedarfsgegenstände und unterliegen keiner speziellen Deklarationspflicht. Die Unternehmen müssen nur Sorge tragen, dass ihre Produkte nicht gesundheitsschädlich sind, aber Untersuchungen von „Öko-Test“ haben gezeigt, dass dennoch oft Spuren von Schadstoffen zu finden sind.

Innerhalb eines Lebens werden von einer Frau circa 16 800 Tampons und Binden verbraucht. Das ist eine beträchtliche Zahl. Wenn man bedenkt, dass eine Frau im Schnitt 35 Jahre ihres Lebens 12 Mal im Jahr menstruiert, ist das ebenfalls eine lange Zeit, die sie Hygieneprodukte am oder im Körper trägt.

Giftstoffe in Tampons und Binden?

Tampons bestehen aus Zellwolle, Viskose oder Baumwolle. Über dem Kern befindet sich eine Schicht aus synthetischem Material, damit er sich im Unterleib nicht zersetzt. Oft werden Tampons chemisch gebleicht und darum lassen sich oft Rückstände von Dioxin finden. Dieser Stoff steht im Zusammenhang mit Endometriose.

Dies ist eine gutartige – aber oft schmerzhafte – Erkrankung, bei der Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb der Gebärmutter vorkommt. Dies kann sogar zu Blutungen in der Lunge oder im Darm führen. Dioxin zu vermeiden ist daher sicher eine gute Wahl.

Es wurde auch Formaldehyd gefunden, ein Konservierungsmittel, das bei Farben, Lacken oder ähnlichem angewendet wird. Auch Pestizide, die beim Anbau von Baumwolle verwendete werden, wurden gefunden, die sich beim längeren Kontakt mit Schleimhäuten im Gewebe ablagern können. Generell gilt, dass Chemikalien in den Körper gelangen und so in den Blutkreislauf übergehen können.

Toxisches Schocksyndrom (TSS)

Zu der Krankheit TSS kann es kommen, wenn ein Tampon oder die Finger beim Einführen mit Bakterien besetzt sind. Auf dem Tampon können sich die Erreger wie in einer Petrischale vermehren.

Es kann zu plötzlichem hohen Fieber, Durchfall, Kopfschmerzen bis hin zum Ablösen von Handflächen und Fußsohlen und schlussendlich multiplem Organversagen führen. Diese Krankheit muss sofort mit Antibiotika behandelt werden.

Alternativen für herkömmliche Produkte

Frauen suchen immer häufiger nach Alternativen, die den Körper nicht belasten. Immer mehr im Kommen sind Menstruationstassen, die aus medizinischem Silikon hergestellt werden. Sie sammeln das Menstruationsblut und saugen es nicht, wie Tampons oder Binden, auf. Man kann sie Jahrelang verwenden, wenn sie dementsprechend gereinigt und gepflegt wird.

In Apotheken oder Reformhäusern gibt es Biotampons, die aus 100 Prozent Baumwolle bestehen und chlorfrei gebleicht sind. Sie sind ökologisch abbaubar und somit ungiftig für den Körper und unschädlich für die Umwelt. Sie haben keine synthetische Beschichtung und können daher etwas schwerer einzuführen sein und etwas fusseln.

Besonders für die Nacht sind Menstruations-Höschen sehr gut geeignet. Sie machen das Tragen von Binden und Tampons überflüssig und gerade in der Nacht ist dies von Vorteil, weil keine Giftstoffe über längere Zeit mit der Haut in Berührung kommen. Leider bekommt man sie bisher nur online.

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