Begrüßen Sie Ihre Freunde mit Küsschen oder geben Sie – ganz „deutsch“ – die Hand? Sollten Sie die Hand zur Begrüßung reichen, müssen wir Ihnen leider sagen: In Zukunft sollten Sie auf die Küsschen umsteigen, denn die sind wesentlich hygienischer.

Ein Handschlag wechselt weit mehr Bakterien und Viren als Küsse und gehören so zu den typischen Übertragungswegen von diversen Krankheiten. Ein Grund: Die Hände berühren öfter als der Mund verschmutzte Oberflächen. Dazu gehören auch kritische Zonen des eigenen Körpers wie beispielsweise der Po.

Hände werden nicht oft genug gewaschen

Zwar könne man das Problem in den Griff bekommen, indem man sich die Hände wasche erklärt Val Landis, Studienleiterin der London School of Hygiene, doch passiere das offenbar zu selten. Eine Studie des internationalen Hygiene-Councils besagt, dass sich weniger als die Hälfte der Kinder hierzulande regelmäßig vor dem Essen die Hände waschen.

Desinfektionsmittel fördern Resistenzen

Die Menschen wollen hygienische Sauberkeit. Dies belegt der hohe Absatz von Desinfektionsspray und antibakteriellen Tüchern. Leider handeln wir damit im Widerspruch zu den Erkenntnissen der Hygieneforschung. „Der Übermäßige Einsatz von Desinfektionsmitteln fördert die Resistenzentwicklung der Bakterien“, warnt der Infektiologe Christoph Fux vom Kantonsspital in Aarau.

Auch beim Einsatz von Desinfektionsmitteln bleiben genug Mikroben übrig, um ihr „genetisches Überlebenswissen“ an ihre Nachkommen weitergeben zu können. Diese resistenten Stämme können auch die Haut besiedeln, die eigentlich mit „eigenen“ Bakterien besiedelt sein sollte.

Kühlschrank ein Tummelplatz für Keime

Wichtig ist, dass man die Stellen im Haushalt reinigt, die naturgemäß vielen Keimen ausgesetzt ist. Wenn Sie jetzt an die Toilette denken, liegen Sie falsch. Ein Tummelplatz von Bakterien ist der Kühlschrank. Der Verbrauchter denkt meist, dass das kalte Klima Keimen keine Chance bietet, dies ist jedoch ein Irrglaube. Rund die Hälfte aller Lebensmittelinfektionen finden im Privathaushalt statt.

Der unsachgemäße Umgang mit Fleisch sei hier meist das Hauptproblem. So sollte man niemals Rohkost auf dem gleichen Brett zubereiten, auf dem man vorher Fleisch geschnitten hat. Keime werden auf Fleisch beim Durchgaren abgetötet, bei der Rohkost aber eben nicht, so Fux.

Hygieneregeln im täglichen Umgang mit anderen

Würde man beispielsweis stets in die Ellenbeuge niesen anstatt die Handinnenfläche, wäre die Übertragung von Infektionen um einiges reduziert, da mit der Kleidung nicht weitere Gegenstände berührt werden und die Keime weitergetragen werden können. Von Vorteil ist es, danach die Kleidung bei 60 Grad zu waschen, so werden Schnupfenviren vernichtet.

Handhygiene spielt dennoch eine zentrale Rolle. Nach einer weiteren Studie von Fux reicht es sogar aus, wenn man sich zehn Sekunden die Hände mit Seife und kaltem Wasser wäscht. Warmes Wasser sei nicht vonnöten.

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