Ungefähr seit dem Ende des 20. Jahrhunderts weiß man, dass Hygiene im Übermaß Kindern eher schadet, als ihnen in der Entwicklung zu helfen. Ein gesundes Maß an Sauberkeit sollte natürlich dennoch eingehalten werden.

Das Sauberkeitsempfinden von Kindern

Ab einem Alter von etwa vier Jahren sind Kinder dazu fähig, zu beurteilen, ob ein Gegenstand für sie unhygienisch wirkt oder nicht. Zum Teil schlagen frühere Gewohnheiten nun sogar ins vollkommene Gegenteil um. Ist den Kleinen vorher möglicherweise ganz gleich, wie sauber sie oder ihre Umwelt sind, reagieren sie nun teilweise geradezu überempfindlich auf winzige Flecken. Generell gilt jedoch, dass Kinder im Laufe der Zeit ein vernünftiges Sauberkeitsempfinden entwickeln und dabei auch vom Verhalten ihrer Eltern beeinflusst werden.

Die richtige Hygiene daheim

Gerade im Umgang mit Lebensmitteln ist bei Kindern eine gewisse Vorsicht geboten, da abgelaufene Produkte den Mägen der Kleinen sehr viel mehr Schaden zufügen können, als denen von Erwachsenen. Zudem sollte Plastikgeschirr vermieden werden, da sich Keime auf Kunststoffflächen besonders gut absetzen können. Während Fläschchen und Schnuller in den ersten Monaten außerdem sterilisiert werden sollten, ist es vollkommen ausreichend, die Bekleidung von Babys und ihnen zugängliche Räumlichkeiten mit gewöhnlichen Mitteln zu reinigen.

Keine Angst beim Spielen

Wenn Kinder an der frischen Luft spielen, sind Eltern häufig besonders besorgt um ihre Gesundheit. Doch obwohl die Immunsysteme der Kleinen noch nicht ganz ausgebildet sind, arbeiten diese bereits auf Hochtouren. Das bedeutet, dass Kinder sich beim Spielen im Dreck möglicherweise mit einer Krankheit anstecken können, diese aber in der Regel leicht auszukurieren ist. Bedenklich ist jedoch das Spielen an Orten, die mit Fäkalien verunreinigt sind, wie es häufig in Sandkästen der Fall ist, die von Katzen als Toilette missbraucht werden. Hier können Würmer und andere gesundheitsschädliche Krankheiten übertragen werden.

Weniger ist manchmal mehr

Kinder, die in einer auffällig sterilen Umgebung aufwachsen, leiden häufig an Allergien oder Infektionen, da an ihrem Immunsystem in jungen Jahren zu wenige Anforderungen gestellt werden. Dieses kann folglich nie erlernen, sich gegen Krankheitserreger zu schützen. Wachsen Kinder beispielsweise auf einem Bauernhof auf, ist ihr Allergierisiko um 50 Prozent geringer als bei Gleichaltrigen aus der Stadt.

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