Dass Smartphones im Krankheitsfall eine Keimschleuder sein können, ist wohl fast jedem Bewusst. Über die Hände beim Tippen, aber auch beim Sprechen durch Tröpfchen-Übertragung werden Bakterien auf das Smartphone übertragen.

Wie unappetitlich die winzigen Lebensgemeinschaften auf Ihrem Telefon jedoch wirklich sind, untersuchte eine Studie der Universität Guildford. Dazu starteten die Biologiestudenten einen Selbstversuch und drückten ihr Smartphone in eine Petrischale, um Proben von der Oberfläche zu erhalten. Die Bakterien durften dann drei Tage lang bei 37 Grad Celsius wachsen.

Die Studenten nahmen Fotos von den unterschiedlichen Kulturen und was sich dort zeigt, war ein hübsches Muster an verschiedenartigen Bakterienstämmen. Meist waren diese auch harmlos, eben die typischen Bewohner von menschlichen Lebewesen: Haut, Mund, Lunge und Darm. Vereinzelt gab es aber auch Fälle von dem Bakterium Staphylococcus aureus, der in der Regel zwar keine Symptome auslöst, in Einzelfällen aber zu lebensbedrohlichen Erkrankungen kommt wie Lungenentzündung, Endokarditis oder Toxisches Schocksyndrom (TSS).

Smartphones erzählen eigene Geschichte

Dr. Simon Park, Dozent der Molekularbiologie erläutert die Ergebnisse seiner Studenten: „Jedes Smartphone erzählt eine Geschichte. Handys können heutzutage nicht nur anhand der Telefonnummer, sondern auch mithilfe der Bakterien viel über den Besitzer aussagen.“ Weiter benennt Park ein Beispiel: „Der Umriss der Smartphones ist auf unseren Fotos klar zu erkennen und man sieht deutlich, dass die gesamte Fläche mit einem wachsenden Bakterium namens Bacillus mycoides belegt ist.“ Daran könne man sehen, dass das Handy vor kurzem mit Erde in Kontakt gekommen sei, weil dieses Bakterium in der Erde vorkomme.

Besonders großen Grund zur Sorge haben Mitarbeiter des Krankenhauses. In einer Studie der Hochschule Furtwangen wurden Methoden untersucht, die das Smartphone hygienisch halten sollen. Dort wurde belegt, dass auf Telefonen von Klinikpersonal Erreger harmloser Hautirritationen, aber auch – auf jedem achten Gerät – gefährliche Erreger von tödlichen Krankheiten sowie antibiotikaresistente Bakterien gefunden wurden.

Hygienemaßnahmen für das Smartphone

In Furtwangen wurde untersucht, welche Reinigungsmethode bessere Ergebnisse erzielen. Es traten gegeneinander an: Trockenes Mikrofasertuch gegen Brillenputztuch. Bei der Reinigung mit dem trockenen Mikrofasertuch sind auf jedem vierten Gerät keine Bakterien mehr nachzuweisen, beim Brillenputztuch ist es jedes Dritte. Das Brillenputztuch liegt also mit einer Nasenlänge vorn.

Und hier noch 5 Tipps, wie Sie Ihr Telefon am besten sauber halten:

  1. Schutzfolie
  2. Mikrofasertuch gegen die Fingerabdrücke
  3. Desinfektionsspray oder Tuch alle paar Tage gegen Bakterien
  4. Kopfhörereingang oder Akku mit trockenen Wattestäbchen reinigen
  5. Akku-Eingang vorsichtig mit Zahnstocher von Staub befreien
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