Legionellen sind im Wasser lebende, stäbchenförmige Bakterien aus der Familie Legionellaceae. Diese Erreger können eine schwere Form der Lungenentzündung verursachen und die Ansteckung verläuft sehr schnell und unbemerkt. Dies kann beispielsweise unter der Dusche geschehen, wenn man bakterienhaltige Luft oder Sprühnebel einatmet. Auch durch die Klimaanlage kann das Bakterium verbreitet werden.

Die Legionärskrankheit oder auch Legionellose ist weltweit die häufigste Form der Lungenentzündung. Legionellen bevorzugen von Menschenhand geschaffene Wasserrohrsysteme, besonders lange Wasserleitungen in großen Gebäuden, wie Krankenhäuser, Altenheime, große Hotels und Schulen. Aber auch in Whirlpools, Schwimmbädern, Saunen oder sogar Campingplätzen ist man vor ihnen nicht sicher. Dort kann nämlich das 40 bis 60 Grad warme Wasser eine lange Zeit stillstehen, wodurch den Bakterien ein idealer Brutplatz geboten wird.

 Sensor-Wasserhähne offensichtlich stärker belastet

Wasserhähne, die man nicht berühren muss, sondern die durch einen Bewegungssensor aktiv werden, gelten als besonders hygienisch, weil ohne Berührung keine Keime übertragen werden. Ein Wissenschaftlerteam der John Hopkins University um Emily Sydnor haben aber entdeckt, dass gerade diese Hähne stärker mit Keimen wie Legionellen belastet sind. Ungefähr 50 Prozent der Proben waren bei Sensor-aktivierten Hähnen belastet, bei normalen waren es nur 15 Prozent.

Erste Symptome relativ harmlos

Die Legionellose beginnt mit zunächst harmlos wirkenden Symptomen wie Husten, Durchfall und Fieber. Danach folgen Schüttelfrost und Erbrechen und später kann es zu schweren Lungen- und Rippenfell

Entzündungen kommen. Mit Antibiotika ist die Krankheit generell gut zu behandeln, aber sie kann auch tödlich enden, wenn die Patienten ein geschwächtes Immunsystem haben.

So können sie sich vor Legionellen schützen

Nach Angaben des Robert Koch Institutes in Berlin geht von Legionellen keine direkte Gefahr für den Menschen aus, wenn die Erreger im Wasser vorkommen. Erst das Einatmen bakterienhaltiger Luft oder Sprühnebel kann krank machen.

Bei einer Wassertemperatur von 60 bis 70 Grad Celsius werden die Keime vernichtet. Experten raten also dazu, das Wasser in den Leitungen entweder regelmäßig auf 70 Grad zu erhitzen oder ständig eine Temperatur von 60 Grad beizubehalten, damit sich Keime gar nicht erst vermehren können. Die Wassersysteme und Klimaanlagen in großen Gebäuden sollten regelmäßig auf Legionellen untersucht oder auch gleich desinfiziert werden.

  Subscribe  
Notify of