Falsche Beruhigungsversuche

Die Eltern von Drillingen wurden darüber informiert, dass ein Kind, das mit ihren Kindern in einem Zimmer lag, von dem Klebsiella-Keim befallen war. Den Eltern wurde aber versprochen, dass das erkrankte Kind einen anderen Pfleger bekommt, als ihre Kinder, damit sich der Keim nicht auf sie übertragen kann. Die Eltern vertrauten darauf, bis sie eine Woche später die Nachricht bekamen, dass nun auch ihre Kinder mit dem Klebsiella-Keim befallen sind.

Vorwürfe der Eltern

Nun machen die Eltern der Klinik große Vorwürfe, dass sie das erkrankte Kind hätten isolieren müssen. Außerdem sei drei Tage nach dem Feststellen des Klebsiella-Keims bei dem anderen Kind nur noch eine Pflegerin für alle Kinder verantwortlich gewesen. Die Pfleger sagten ihnen, dass es einen Personalmangel gäbe und es daher nicht anders ginge.

Stellungnahme der Klinik

Laut der Klinikleitung handelt es sich bei dem Keim nicht um die lebensgefährliche Variante, die schon bei anderen Krankenhäusern zu Schließungen führte. Zudem sagt der ärztliche Direktor Prof. Dr. Ralf Stücker: „Wir haben uns an die in Deutschland gültigen Richtlinien des Robert-Koch-Instituts gehalten. Die hier vorhandenen Keime sind ganz normal und weit verbreitet.“ Zudem seien schon Maßnahmen zur Beseitigung des Keimes ergriffen worden. Stücker sagt weiter: „Sollte es zu einer Infektion kommen, würden die Kinder mit Antibiotika behandelt und wieder gesund.“ Dass der Keim im Altonaer Krankenhaus bemerkt wurde, liegt zudem an den eigenen Idealen der Klinik. Denn andere Krankenhäuser untersuchen die Stationen nur auf multiresistente Keime und nicht auf normale Keime. Dies ist in Altona anders. Stücker sagt hierzu: „Wir wollen transparent sein.“.

Der Klebsiella-Keim

Bei dem Bakterium Klebsiella pneumoniae handelt es sich um einen Keim, der für die meisten Menschen harmlos ist. Ungefähr drei bis fünf Prozent aller Menschen weltweit tragen den Keim in sich, ohne dies zu wissen. Denn das Immunsystem ist in der Regel stark genug, um schlimmere Infektionen zu verhindern. Bei Frühgeborenen ist dies jedoch anders, da bei ihnen das Immunsystem noch nicht ausgereift ist. Die Folge können Magen-Darm-Infektionen, Lungenentzündungen, Blutvergiftungen und Wundinfektionen sein, die nur mit Antibiotika behandelt werden können.

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