Die ARD hat bekanntgegeben, dass im Rahmen von Lebensmittel- und Wasseruntersuchungen während der aktuellen Bundesliga-Saison in mehreren Stadien Auffälligkeiten zu beobachten waren: in Frankfurt, Köln und Bremen.

Legionellen in den Frankfurter Duschen

Allein innerhalb der vergangenen zehn Monate gab es unter anderem im Spieler- und Trainerbereich Frankfurts 27 Legionellen-Befunde. Von der Überschreitung der Grenzwerte waren in dieser Zeitspanne aber auch der Schiedsrichter- und Saunabereich betroffen. Professor Jörg Drewes vom Lehrstuhl für Siedlungswasserwirtschaft der Technischen Universität München zeigt sich von den Ergebnissen der Untersuchungen überrascht. Er vermutet, dass die Legionellen aufgrund der sehr langen Leitungen im Stadion auftreten konnten. Wie die Behörden angeben, geht für die Nutzer der Duschen jedoch keine Gesundheitsgefahr aus, da in der Zwischenzeit entsprechende Filter eingebaut worden sind. Eine abschließende Lösung konnte laut dem Gesundheitsamt bisher jedoch noch nicht erreicht werden.

Coliforme Bakterien im Bier des Frankfurters Stadiums

Mangelhafte Hygiene wurde allerdings nicht nur in Frankfurt, sondern auch in anderen Stadien festgestellt. Die untersuchenden Behörden fanden im Bier des Stadions des 1. FC Kölns beispielsweise Fremdhefen und coliforme Bakterien vor. Diese gehen zwar nicht mit einer Gefahr für die Fans einher, weisen jedoch auf eine mangelhafte Hygiene im Zapfprozess hin. Auch wenn der Verein in einer Erklärung angegeben hat, dass die Indikatoren nicht unbedingt auf einen Fehler zurückzuführen sind, welcher in seiner Verantwortung liegt, wurden alle Bierleitungen des Stadiums umgehend gereinigt.

Auch Kontrollen im Bremer Stadium deuten auf Probleme hin

In Räucherlachsbrötchen, die im Stadion Bremens verkauft werden, haben die Behörden dagegen Listerien festgestellt. Hierbei handelt es sich um Krankheitserreger, die für Schwangere bereits in geringen Mengen gefährlich sein können. Auch ältere und immungeschwächte Personen gehören zur Risikogruppe dazu. Obwohl der Grenzwert für Listerien im Bremer Stadion nicht überschritten wird, sehen Experten dringenden Handlungsbedarf.

Fans wollen aktiv werden

Rainer Vollmer vom Fanverband „Unsere Kurve“ gibt zu bedenken, dass Fußballstadien häufig von bis zu 60.000 Fans besucht werden, wodurch im Falle einer Verunreinigung sehr viele Menschen auf einmal erkranken könnten. Er betrachtet das Gefahrenpotential von mangelnder Hygiene in Fußballstadien darum als sehr hoch und möchte dieses Thema nun auch im Fanverband angehen.

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