Nicht nur eine Kinderkrankheit

Oft werden Masern und Röteln als eher harmlose Kinderkrankheiten abgetan. Doch auch Erwachsene können daran erkranken, woraus eine lebensbedrohliche Situation resultieren kann. Daher soll der Impfschutz nun bei der Bevölkerung Berlins verbessert werden. Die Gesundheitsdirektorin Dilek Kolat sagt dazu: „Zu unseren wichtigsten Zielen gehört daher, die Impfquote in der Berliner Bevölkerung zu erhöhen.

Gesundheitssenatorin setzt auf freiwillige Impfungen

Schon öfter wurde diskutiert, ob die Impfungen für Masern und Röteln verpflichtend sein sollen. Kolat setzt aber auf die Freiwilligkeit der Berliner Bevölkerung: „Unser Konzept listet eine Reihe direkt wirksamer Maßnahmen auf, die wir gemeinsam mit den Gesundheitsämtern, den niedergelassenen Ärzten und den Betriebsärzten angehen werden. Dabei setzen wir auf Freiwilligkeit statt auf gesetzlichen Zwang.“

Zahlen zu den Ausbrüchen der Infektionskrankheiten

Immer wieder kam es in der Vergangenheit zu Ausbrüchen von Masern. Zuletzt gab es in Berlin von Oktober 2014 bis August 2015 eine Masernepidemie, bei der ungefähr 1.400 Menschen erkrankten. Anfang 2015 wurde der erste Todesfall gemeldet. Dabei handelte es sich um ein Kleinkind, das noch nicht geimpft wurde. Im Jahr 2017 wurden in Berlin bis Ende November 66 Fälle von Masern gemeldet.
Von einer Elimination der Krankheit spricht man laut Definition erst, wenn 95 Prozent der Bevölkerung geimpft sind, das Virus sich nicht mehr ausbreiten kann und weniger als eine Erkrankung pro eine Million Einwohner in einem Jahr auftritt. Berlin überschreitet diesen Wert im Moment noch deutlich.

Maßnahmen sollen auf Zielgruppen zugeschnitten werden

Die Maßnahmen des Berliner Gesundheitsamtes sehen es vor, dass diese auf die einzelnen Zielgruppen zugeschnitten werden. So sollen Gesundheitsämter bei der Untersuchung für die Einschulung direkt eine Impfberatung geben und bei Wunsch auch direkt eine Impfung anbieten. Zudem sollen Kitas bei der Aufnahme des Kindes nach einem Impfnachweis fordern und gegebenenfalls bei Nichtvorliegen eine Meldung an das zuständige Gesundheitsamt schicken. Außerdem soll ein Einlade- und Rückmeldesystem für die Jugendschutzuntersuchungen eingeführt werden, da dies auch schon bei den Vorsorgeuntersuchungen gute Ergebnisse erzielen konnte. Daneben sollen auch noch Betriebsärzte und niedergelassene Ärzte über die Impfungen der Krankheiten informieren. So sollen alle Zielgruppen individuell abgedeckt werden.

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