Jedes Jahr, wenn die Tage wärmer werden, hört man in den Medien Warnungen, die Beine beim Spaziergang in der freien Natur zu bedecken. Zecken (Ixodes ricinus) sind ein bekanntes Problem, da sie Blutsauger gefährliche Krankheitserreger in ihrem Speichel übertragen können.

Zecken übertragen Krankheiten

Die Zeckenkrankheit Nummer 1 ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Diese Virusinfektion wird in Deutschland vor allem in Bayern und Baden–Württemberg übertragen. Gegen FSME gibt es keine medikamentöse Behandlung und es wird daher zur Prävention geraten.

Zeckenkrankheit Nummer 2 ist die Borreliose (Wanderröte), die durch Bakterien hervorgerufen wird. Zwischen 5 und 35 Prozent aller Zecken sind mit diesem Erreger kontaminiert. Eine effektive Behandlung mit Antibiotika ist jedoch möglich.

Milben auch weit verbreitet

Nicht so bekannt ist hingegen, dass man von einem Waldspaziergang noch einen anderen Parasiten mit nach Hause bringen kann: Die Milbe. Die in Deutschland am häufigsten verbreitete Art ist die Herbstmilbe.

Zwischen Juli und Oktober werden die winzigen orange-roten Larven der Milben zu einer stechenden Plage. Normalerweise leben sie auf Mäusen, Maulwürfen, bodenbrütenden Vögeln und Haustieren. Wenn sie sich auf einen Menschen verirren, legen sie weite Strecken an Armen und Beinen zurück. Dort wo sie nicht weiterkommen, weil Kleidung sie hindert, stechen sie bis zu 50 Mal zu.

Harmlos aber unerträglicher Juckreiz

Anders als Zecken übertragen Milben keine Krankheiten. Sie saugen auch nicht direkt Blut, sondern sie lösen das Gewebe punktuell auf, so dass sie Lymph- und Gewebsflüssigkeit aufnehmen können. Nach dem Saugen lassen sie sich abfallen.

Durch eine heftige Immunreaktion bildet sich auf der Haut ein flaches Knötchen, das zeitverzögert nach einigen Stunden stark zu jucken beginnt.

Dieser Juckreiz kann bis zu 14 Tagen andauern, bis die Milbenreste durch die Hauterneuerung komplett abgestoßen sind.

Was tun gegen die kleinen Parasiten?

Der beste Schutz gegen die Parasiten ist lange, geschlossene Kleidung. Insektenabwehrende Mittel können hilfreich sein, die Wirksamkeit ist jedoch nur begrenzt. Es ist wichtig, sich und seine Familie nach dem Aufenthalt im Freien, gründlich abzusuchen und abzuduschen. Häufig verstecken sich Zecken in Knie- und Achselhöhle und in der Leistenbeuge, bei Kindern manchmal auch am Haaransatz hinter den Ohren oder im Genitalbereich.

Wenn Sie eine Zecke gefunden haben, greifen Sie sei mit einer Pinzette sehr nah an der Haut und ziehen Sie sie heraus. Bitte nicht drehen oder quetschen! Sollte ein Milbenbefall vorliegen, sollten Sie die Stichstelle mit 70-prozentigem Alkohol einreiben oder speziellen Juckreiz stillenden Medikamenten.

 

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