Auch in Nordrhein-Westfalen grassieren derzeit Grippe- und Durchfallerreger. Darum dürfen Rettungssanitäter im Ennepe-Ruhr-Kreis Patienten nur noch unter speziellen Schutzmaßnahmen behandeln. Dazu gehören eine Atemschutzmaske mit Atemventil, eine Schutzbrille und ein besonderer Kittel.

Kein Grund zur Verunsicherung

In Nordrhein-Westfalen hat sich die Zahl der Grippefälle im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verdoppelt. Dazu kommt mit Sicherheit auch eine hohe Dunkelziffer, da nicht jede Grippe durch eine Laboruntersuchung bestätigt wird. Laut Michael Laubmeister, dem ärztlichen Leiter des Rettungsdiensts im Ennepe-Ruhr-Kreis, sollen die zusätzlichen Vorsichtsmaßnahmen bei Sanitätern jedoch niemanden verunsichern. Ihm zufolge dienen diese in erster Linie dazu, krankheitsbedingte Ausfälle von Notärzten und Rettungssanitätern zu vermeiden.

Atemschutzmasken gelten als sinnvoll

Wie Marco König vom Deutschen Berufsverband Rettungsdienst angibt, wird Deutschland in der aktuellen Grippesaison geradezu von einer Epidemie überrollt. Darum sei das Tragen von Atemschutzmasken für medizinisches Personal durchaus sinnvoll. Allerdings existieren keine Vorgaben der Gesundheitsämter, die bundesweit durchgesetzt werden müssen. Stattdessen entscheidet der jeweilige örtliche Träger eines Rettungsdienstes, ob bestimmte Schutzmaßnahmen ergriffen werden sollen oder nicht.

Auswirkungen zeigen sich auch in Krankenhäusern

Drei Viertel der Grippeerkrankungen gehen in diesem Jahr auf die sogenannten Influenza-B-Viren der Yamagata-Linie zurück. Der Dreifachimpfstoff, für den sich zahlreiche Patienten entscheiden, schützt kaum vor diesen Erregern, wodurch auch die hohen Zahlen der Erkrankten zu erklären sind. Dass die derzeitige Grippewelle so stark wie seit einigen Jahren nicht mehr verläuft, zeigt sich im Übrigen auch in Deutschlands Krankenhäusern. Im Ennepe-Ruhr-Kreis werden Operationen, die vorab geplant werden können, beispielsweise bereits verschoben, weil keine Betten mehr frei sind.

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