Diese Methode ist gar nicht so neu, denn schon im alten Ägypten wussten die Menschen, dass Kupfer Keime töten kann. So mischten sie Kupferspäne unter die Salbe für eine Wunddesinfektion. Dies wird heute natürlich nicht mehr gemacht, aber dennoch greift man heute auf das altbewährte Kupfer zurück.

Harburger Klinik verwendet die Klinken aus Kupfer schon seit 2014

Eine Klinik in Harburg verbaute erstmals die Türklinken aus Kupfer im Jahr 2014. Dabei besitzen die Klinken eine ausgefeilte Metalllegierung. Äußerlich wirken sie wie ganz normale Edelstahlgriffe und nur beim genaueren Hinsehen fällt ein rötlicher Schimmer auf. Der Geschäftsführer des Deutschen Kupferinstituts Dr. Anton Klassert führt dies noch weiter aus: „Die in Harburg verwendetet Metalllegierung besteht aus 76 Prozent Kupfer, 21 Prozent Zink, drei Prozent Silizium und Spuren weiterer Metalle.“. Dies bedeutet, dass die Klinken massiv aus einer Kupferlegierung bestehen und nicht nur aus einer einfachen Beschichtung.

Türklinken aus Kupfer nur zur Ergänzung

Klassert betont, dass die Türklinken aus Kupfer nur als Ergänzung zu den üblichen Hygienemaßnahmen anzusehen sind. Eine gründliche Handdesinfektion bleibt weiterhin sehr wichtig. Außerdem wurde in einer Studie der Medizinischen Universität in Charleston, South Carolina herausgefunden, dass die Kupferlegierung die Infektionsgefahr auf einer Intensivstation nur um 58 Prozent senken kann. Dies ist zwar ein guter Zusatz, reicht aber allein nicht aus.

Wirkung des Kupfers

Laut Klassert ist die Wirkungsweise von Kupfer auf Bakterien bisher kaum erforscht. Was man weiß ist, dass durch den Kontakt von Bakterien mit Kupfer Membranschäden an den Bakterienzellen entstehen, wodurch Kupfer-Ionen in die Zelle eindringen und sie absterben lassen. Dies gilt nach Klassert auch für die Keime, welche schon resistent gegen Antibiotikum sind.

Wo eine Kupferlegierung sonst noch Sinn macht

Die Kupferlegierung wird zwar zunächst in Krankenhäusern getestet, jedoch kann sie auch in anderen Bereichen verwendet werden. So könnten zum Beispiel auch Lichtschalter mit Kupfer ausgestattet werden und der Einbau von Kupferklinken oder Lichtschaltern würde auch im Seniorenheim oder in öffentlichen Verkehrsmitteln Sinn machen.

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