Züchten von gesunden Hautzellen

Dem Jungen wurden zunächst einige Hautzellen entnommen. Im Labor schleusten die Mediziner dann in diese Hautzellen eine gesunde Variante des bei ihm fehlerhaften Gens ein und vermehrten diese gesunden Hautzellen. Als sie die Haut in einer größeren Menge nachgezüchtet hatten, wurde die gesunde Haut auf dem Körper des Jungen transplantiert. Und das auf fast dem gesamten Körper. Heute ist er frei von Beschwerden und die Mediziner stellten ihre Therapie in dem Fachblatt „Nature“ vor.

Junge litt unter der Schmetterlingskrankheit

Der behandelte Junge litt an Epidermolysis bullosa, auch bekannt unter dem Namen Schmetterlingskrankheit. Bei dieser Erbkrankheit ist die oberste Hautschicht nicht genug in die darunterliegende Hautschicht verankert. Daher kommt es schnell zu Blasenbildungen oder zur Ablösung der Haut. Die Folge sind massive chronische Wunden, die die Lebensqualität stark einschränken und letztlich sogar zu Hautkrebs führen können. Bei der neuen Gentherapie wurden dem Jungen insgesamt um die 80% der Haut ersetzt.

Fortschritt in stammzellbiologischer Grundlagenforschung

Die Dermatologin Leena Bruckner-Tudermann spricht von einem Fortschritt in der stammzellbiologischen Forschung. Sie geht davon aus, dass die Methode nach einer gewissen Ausreifung auch für andere Patienten in Frage kommen könnte. Zudem schreiben Mariaceleste Aragona und Cédric Blanpain von der Université Libre des Bruxelles, dass weitere Langzeitbeobachtungen nötig seien, um sicherzustellen, dass die Behandlung auch wirklich sicher ist.

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