Die Hochrechnung zeigt, dass der Verbrauch in den letzten Jahren immer weiter zugenommen hat – besonders stark in den ärmeren und aufstrebenden Ländern. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse in dem Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“.

Steigerung um 65 Prozent

Die Forscher schauten sich für die Hochrechnung die Verkaufszahlen von Antibiotika in 76 verschiedenen Ländern an. Dabei kam heraus, dass vom Jahr 2000 bis 2015 der Verbrauch von Antibiotika weltweit um insgesamt 65 Prozent anstieg. Werden die ärmeren und aufstrebenden Länder einzeln betrachtet, dann beträgt die Steigerung sogar 114 Prozent. In den reichen Industrieländern konnte hingegen nur eine leichte Steigerung von sechs Prozent festgestellt werden.

Wieso nimmt der Verbrauch so stark zu?

Die Forscher erklären dies, vor allem mit dem Bevölkerungswachstum in den ärmeren Ländern. Daher ermittelten sie zusätzlich einen Pro-Kopf-Verbrauch. Dabei lag die Steigerung in den ärmeren Ländern je 1000 Einwohner bei 77 Prozent. Werden alle 76 Länder betrachtet, liegt der Anstieg bei 39 Prozent. So wird hier deutlich, dass der Bevölkerungswachstum schon einen Teil des gestiegenen Antibiotika-Verbrauchs ausmacht.

Ist ein steigender Verbrauch gefährlich?

Ja, der steigende Verbrauch ist gefährlich. Denn je öfter Menschen Antibiotika einnehmen, desto größer ist die Gefahr von Bakterien, die gegenüber Antibiotika resistent werden. Zwar gibt es dann noch Reserve-Antibiotika, die zum Einsatz kommen. Doch bei einem erhöhten Anstieg dieser, steigt auch hier die Gefahr von Resistenzen. In diesem Fall können sich die Erreger dann im Körper ungehindert ausbreiten und es gibt kein Medikament, das dann noch helfen kann.

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