Helicobakter und Magenkrebs

Jeder vierte Bundesbürger ist von Helicobakter pylori besiedelt. Diese sitzen auf unserer Magenwand und schließen mit dieser eine Art Friedenspakt. Die Menschen, die diesen Keim tragen, merken also in der Regel erstmal nichts davon. In manchen Fällen regen die Bakterien jedoch die Bildung eines Magengeschwürs, oder die Zellteilung in den Magendrüsen an, was erst zu Beschwerden wie Magenschmerzen und später auch zu bösartigen Geschwüren führen kann. Etwa 90 Prozent aller Magenkrebsfälle gehen auf das Konto von Helicobakter.

Bereits bevor es dazu kommt, sollte man Gegenmaßnahmen ergreifen. Es gilt zuerst die Besiedlung von Helicobakter mittels Atem- und Stuhlprobe zu sichern. Ist dies geschehen, sollte man sich – sofern man bereits an einem Magengeschwür oder immer wiederkehrender Gastritis leidet – einer Kombitherapie aus Antibiotika und Magensäurehemmern unterziehen.

HPV und Gebärmutterhalskrebs

Fast jeder vierte Mensch wird im Laufe seines Lebens von Humanen Papillom Viren infiziert, was sich in Gestalt von Warzen bemerkbar macht. Dieser Virus wird bei sexueller Interaktion übertragen und 14 so genannte „Hochrisiko-Typen“ des Virus können bösartige Zellwucherungen im Mund- und Rachenraum sowie am Gebärmutterhals und männlichen und weiblichen Geschlechtsorganen hervorrufen.

In Deutschland erkranken über 4600 Frauen jährlich an Gebärmutterhalskrebs und mehr als 1500 sterben daran. Es existiert jedoch seit einigen Jahren ein Impfstoff, der gegen 9 der 14 Hochrisikotypen immunisiert und diese Impfung wird bei allen Mädchen unter dem 14. Lebensjahr empfohlen. Leider wird dieses Angebot hierzulande nicht so oft genutzt, da gerade sozial bessergestellte Familien, sich von den Argumenten der Impfgegner beeinflussen lassen.

Hepatitis B und C und Leberkrebs

Hinter starkem Alkoholkonsum als Auslöser für Leberkrebs steht die Infektion mit Hepatitis B und C Viren an zweiter Stelle. Der Hepatitis B Virus ist in dem Sinne besonders hinterhältig, da er sich jahrelang völlig symptomlos verhalten kann und der Infizierte lange unerkannt als Träger aktiv sein kann und andere anstecken kann. Auf Hepatitis C Viren geht oft auch eine Erhöhung an Bauchspeichel- Darm- und Nierenkrebs zurück.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt, sogar schon Säuglinge gegen HBV impfen zu lassen. Gegen HCV wird es jedoch so bald keine Impfung geben, da bisherige Impfstoffe auf ein Protein in der Virushülle zielen, mit dem sich der Keim an die Zellen andockt. Diese hat sich jedoch in einer Studie als Verwandlungskünstler herausgestellt und sich zu schnell verändert, als dass ein derartiger Wirkstoff greifen könnte. Es wird daran gearbeitet, an einer anderen Stelle anzusetzen, doch bis dahin wird es wahrscheinlich noch ein langer Weg sein.

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