Ist eine Übertragung von Mensch zu Mensch bald möglich?

Bis jetzt wird die Krankheit noch ausschließlich durch den Kontakt mit Tieren übertragen. Doch dies könnte sich vielleicht bald ändern. Schon nach der ersten Epidemie im Jahr 2013 zeigte sich, dass der Erreger sich an seinen neuen Wirt, dem Menschen, angepasst hat. Doch kann sich die Krankheit so weit entwickeln, dass eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung und damit eine Pandemie möglich wird?

Untersuchungen an Erreger eines verstorbenen Patienten

Forscher der Universität Tokio untersuchten den Krankheitserreger eines Mannes, der Anfang 2017 an der Vogelgrippe verstorben war. Dabei kam heraus, dass sich der Erreger stark verändert hatte. In der einen Probe befanden sich unterschiedliche Varianten des Erregers. Einige von ihnen waren noch anfällig für Neuraminidase-Hemmern, die bei der Therapie von Grippe verwendet werden. Andere hingegen, waren bereits resistent gegen diesen Wirkstoff.
Die Untersuchungen der Forscher zeigten zudem, dass sich alle Varianten des Erregers in den menschlichen Zellen vermehren können, dass die resistente Variante jedoch nicht effektiv genug wächst.
Des Weiteren wurde die Übertragung zwischen Säugetieren untersucht, wofür Frettchen verwendet wurden. Der Versuch bestätigte die Befürchtung. Erkrankte Tiere konnten gesunde Artgenossen im Nachbarskäfig durch eine sogenannte Tröpfcheninfektion anstecken. Ein Forscher sagt hierzu: „Das zeigt, dass das Virus noch aggressiver ist als seine niedrigpathogenen Vorgänger.“

Der Erreger hat Pandemie-Potenzial – nur eine Frage der Zeit

Dadurch, dass es bereits Erreger gibt, die gegen die üblichen Wirkstoffe resistent sind und nun auch von Säugetier zu Säugetier übertragen werden kann, sei es nach den Forschern nur eine Frage der Zeit, bis der Erreger von Mensch zu Mensch übertragen wird. Zwar ist dies bisher noch nicht vorgekommen, doch sollte sich der Erreger noch weiterentwickeln, wird auch dies passieren. Daher müsse der Virus auch in Zukunft genau beobachtet werden. Außerdem müsste man an neuen Medikamenten forschen, gegen die der Erreger noch nicht resistent ist. Erste Erfolge gab es hierzu schon. Die getesteten Viren waren laut der Forscher anfällig für den RNA-Polymerase-Hemmer namens Favipiravir. So könnte dieser Wirkstoff vielleicht eine neue Art der Bekämpfung der Vogelgrippe sein.

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