Unterschiedliche Größe

Das einfachste Unterscheidungsmerkmal zwischen Bakterien und Viren ist die Größe. Denn Bakterien können bis zu einhundertmal größer sein als Viren. Die meisten Bakterien besitzen einen Durchmesser von circa 0,6 bis 1 Mikrometer und sind noch mit einem einfachen Lichtmikroskop erkennbar. Viren sind dagegen viel kleiner und können nur mit der Hilfe eines Elektronenmikroskops gesehen werden.

Unterschiedliche Bestandteile

Dr. med. Clemens Fahrig, Chefarzt und Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin am Evangelischen Krankenhaus Hubertus in Berlin erklärt den unterschiedlichen Aufbau: „Der wesentliche Unterschied ist der Bauplan. Bakterien besitzen zum Beispiel eine richtige Zellwand sowie eine Innenstruktur.“ Innerhalb der Zellwand liegen dann das Zytoplasma, die Ribosomen und das Erbgut des Bakteriums.
Viren sind dagegen einfacher aufgebaut. Sie bestehen hauptsächlich aus ihrem Erbgut, das in einer Hülle aus Proteinen eingeschlossen ist.

Vermehrung der Bakterien und Viren

Die Zellen der Bakterien können sich durch Zellteilung vermehren. Dies bedeutet, dass das Erbgut kopiert wird und die Zelle sich in der Mitte teilt. Dadurch entstehen aus einer Zelle zwei gleiche Zellen.
Viren können sich dagegen nicht durch Zellteilung vermehren. Deshalb befallen Viren andere Zellen, auf die sie ihr Erbgut übertragen. Die dadurch neu entstehenden Viren können auf drei unterschiedlichen Weisen von der Zelle gelöst werden. Entweder durch Ausschleusen, Abschnüren oder Auflösen der Zellmembran.

Wie Bakterien und Viren dem Körper schaden

Dadurch, dass Viren bei ihrer Vermehrung eine fremde Zelle benötigen, wird diese Zelle oft zerstört. Diese Zerstörung kann zu einer Krankheit führen. Bakterien schaden den Menschen auf einem anderen Weg. Denn Bakterien werden zu den Lebewesen gezählt und besitzen daher einen eigenen Stoffwechsel. Die daraus entstehenden Stoffe können für den Menschen giftig sein.

Unterschiedliche Behandlung von Bakterien und Viren

Bei Krankheiten durch Bakterien verschreibt der Arzt oft ein Antibiotikum. Dieses greift dann die Zellwand des Bakteriums an, wodurch es abstirbt. Dadurch, dass die Zellwand eines Bakteriums anders aufgebaut ist, als die Zellwand von anderen menschlichen Zellen, wird sichergestellt, dass nur das Bakterium durch das Antibiotikum zerstört wird. Es gibt jedoch auch andere Antibiotika, die das Bakterium nicht zerstören, sondern nur daran hindern sich zu vermehren. Das Problem bei Bakterien ist, dass sie eigenständige Zellen sind und sich somit auf Umwelteinflüsse einstellen können. Dadurch entstehen Antibiotikaresistenzen.
Bei Krankheiten durch Viren kann Antibiotikum nicht helfen. Dennoch gibt es auch für Viren Medikamente, die sie an der Vermehrung hindern. Diese werden Virostatika genannt. Das Problem bei diesen Medikamenten ist jedoch, dass sie nicht nur die Virenvermehrung hemmen, sondern auch die Vermehrung körpereigener Zellen. Bei viralen Effekten hingegen, wie zum Beispiel einer Erkältung, werden oft nur die Symptome der Krankheit bekämpft und die körpereigene Abwehr erledigt dann den Rest.

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