Gibt es in Arztpraxen wirklich ein erhöhtes Ansteckungsrisiko?

Der Hygiene-Experte Dr. Andreas Schwarzkopf aus Aura an der Saale hat die Antwort: „Es gibt tatsächlich ein gewisses Ansteckungsrisiko, vor allem bei Erkältungs- und Durchfallerkrankungen. Besonders groß ist die Gefahr aber nicht. Man kann sich genauso gut im Zug oder in der Straßenbahn etwas holen.“ Er empfiehlt aber, dass man einen Vorsorgetermin nicht in die Erkältungszeit legen sollte. So könne man den Keimen entkommen. Außerdem führt er weiter, dass schon erkältete Personen keinen Grund zur Sorge haben brauchen. „Wenn man schon eine Viruserkrankung hat, arbeitet die körpereigene Abwehr bereits auf Hochtouren. Deshalb ist die Gefahr, dass man sich zusätzlich einen Infekt einhandelt, sehr gering.“ Schließlich sagt er noch, dass die Gefahr sehr gering ist, sich mit multiresistenten Keimen zu infizieren, diese sei nur für schwer Kranke, wie Leukämie-Patienten, sehr hoch.

Hohe Ansteckungsgefahr für Kinder

Dadurch, dass Kinder viel in den Mund nehmen, ist die Gefahr für sie sich im Wartezimmer einer Arztpraxis anzustecken sehr viel höher. Meist handelt es sich hierbei zwar um ungefährliche Krankheiten, zum Beispiel einer Erkältung, jedoch können sich die Kinder auch mit schlimmeren Krankheiten anstecken, wie die Masern.
In einer Arztpraxis in Nordrhein-Westfalen starben zwei Kinder einige Jahre nach der Ansteckung mit Masern an einer Spätkomplikation. So eine Spätkomplikation tritt besonders häufig bei Kindern auf, die schon in den ersten zwei Jahren ihres Lebens an Masern erkrankt sind. Angesteckt hatten sich die Kinder bei einem elfjährigen Jungen, der ebenfalls im Wartezimmer war aber noch keine eindeutigen Symptome hatte. Erst am nächsten Tag zeigten sich die Symptome, die auf Masern hindeuteten. Anstecken konnte der Junge die anderen Kinder trotzdem schon, da die Krankheit bereits in der Inkubationszeit ansteckend ist. Um sich vor Masern zu schützen, sollten Säuglinge so früh wie möglich gegen Masern geimpft werden.

Schutz vor Erkältungen oder Magen-Darm-Erkrankungen

Erkältungen und Durchfallerkrankungen können sehr leicht übertragen werden. Dafür muss man nur eine kontaminierte Fläche berühren und sich später mit der Hand an die Nase, den Mund oder das Auge fassen. Um dies zu verhindern, sollten Sie Ihre Hände vor und nach dem Arztbesuch desinfizieren. So können Sie keine Keime in die Praxis tragen und nehmen auch keine mit raus. Zusätzlich sollten Sie so wenig wie möglich anfassen, denn die Keime sind überall. Egal ob an der Türklinke, an der Stuhllehne, an den Spielsachen oder an den Zeitschriften, Keime fühlen sich fast überall wohl.

Wie sich Erkrankte Personen verhalten sollten

Sollten Sie krank sein, dann geben Sie dem Praxispersonal schon am Telefon Bescheid, was Sie genau haben. Haben Sie zum Beispiel Durchfall, Fieber oder einen Hautausschlag, können Sie die Arzthelfer/innen direkt nach dem Eintreffen in der Praxis in ein Behandlungszimmer bringen, damit Sie keine anderen Personen im Wartezimmer anstecken können.
Sollten Sie erkältet sein, dann achten Sie darauf, dass Sie die Erreger möglichst nicht verteilen. Müssen Sie also husten oder niesen, dann benutzen sie ein Taschentuch oder verwenden Sie Ihren Ellbogen. Aber niemals in die Hand husten oder niesen, denn mit der Hand werden Sie wahrscheinlich noch einige Gegenstände anfassen, wodurch Sie die Erreger breitflächig verteilen würden.

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